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AKTUELL

NESTERVALS NIBELUNGEN: Dystopie und Utopie im Doppelpack

So habt ihr euch entschieden: Nestervals GÖTTERDÄMMERUNG in der Neuen Staatsoper ist mit der letzten Vorstellung vergangenen Herbst – vorerst einmal – abgespielt. Doch wir arbeiten bereits mit Hochdruck an den nächsten Uraufführungen. Denn was in der Richard-Wagner-Adaption mit der Entscheidung des Publikums für Donaugold beziehungsweise Wallden zuende ging, wird im Frühjahr 2026 als Dystopie bzw. Utopie fortgesetzt. Der Kampf ums Überleben geht also in die nächste Runde. Gleichzeitig, parallel an zwei unterschiedlichen Spielorten, zwei Casts und mit zwei Koproduktionspartnern findet NESTERVALS NIBELUNGEN statt: DONAUGOLD und WALLDEN. DONAUGOLD wird die letze Produktion am bisherigen Standort von brut Wien in der Nordwestbahnstraße sein. WALLDEN ist eine gemeinsame Produktion von Nesterval in Koproduktion mit den Wiener Festwochen | Freie Republik Wien. Als Gegenentwurf soll hier im öffentlichen Raum über mehrere Wochen eine naturnah lebende Gemeinschaft ohne Hierarchien entstehen. 

Es geht um unsere Zukunft. Im Zentrum beider Stücke steht die Gegenüberstellung zweier Lebensentwürfe, zweier Haltungen, zweier Welten – als Spiegelungen ein und desselben Menschheitsproblems. Beide Theaterabende folgen dabei bewährt immersiv einem weitgehend identischen dramaturgischen Ablauf, spiegeln zentrale Szenen, Figurenkonstellationen und Motive wider.
Doch was in WALLDEN möglicherweise gelingt, scheitert in DONAUGOLD – und umgekehrt. Das Publikum erwartet eine neue Nibelungensaga für eine Zivilisation am Scheideweg.
Die Premieren beider Stücke finden am 17. Mai statt – zeitgleich wie auch sämtliche Vorstellungen bis 6. Juni.

ACHTUNG: Aktuell gibt es für keine der Vorstellungen von NESTERVALS NIBELUNGEN Tickets mehr. Wir haben auf unserem Instagram-Account aber Ticketbörsen für WALLDEN und DONAUGOLD eingerichtet.


NESTERVALS NIBELUNGEN: Ein Labor für kollektives Zukunftsdenken 

Wir stecken mitten in der Klimakrise. Laut Planetary Health Check des Potsdam-Instituts sind sieben von neun planetaren Grenzen überschritten – die Menschheit verlässt ihren sicheren Handlungsraum. David Holmgren, neben Bill Mollison der Mitbegründer des 1978 erstmals veröffentlichten Permakulturkonzepts, warnt gar vor einer „Zivilisations-Triage“ nach dem Ende fossiler Energien. Doch welche Werte gelten in einer postkapitalistischen Welt? Können alte Erzählungen wie das Nibelungenlied Orientierung bieten? NESTERVALS NIBELUNGEN untersucht diese Frage in zwei parallel erzählten Produktionen: DONAUGOLD (brut Wien) und WALLDEN (Wiener Festwochen | Freie Republik Wien). Als dezentrale Theaterproduktion zeigen sie im Mai/Juni 2026 an zwei Spielorten, wie unterschiedliche Gruppen nach dem globalen Kollaps überleben: in der abgeschotteten Gated Community oder im radikalen Rückzug in die Natur. Literarische Bezüge (Saramago, Thoreau) treffen auf aktuelle klimapolitische Thesen (u.a. Club of Rome). Ergänzend entsteht ein dreiteiliges Vermittlungsprojekt für 100 Lehrlinge. Für die Zusammenarbeit konnte Nesterval heuer das Forum Umweltbildung gewinnen. 
In einem ersten Einführungsworkshop mit Mitgliedern des Nesterval-Ensembles erfahren die Berufsschüler*innen mehr über den Werdegang Nestervals und was ein Besuch bei einem immersiven Theaterstück bedeutet. Darüberhinaus wird der Fokus auf den Inhalt der Theaterproduktion, die Entscheidungsfrage sowie die literarischen Bezugspunkte gelegt. Im Zentrum beider Stücke steht die Gegenüberstellung zweier Lebensentwürfe, zweier Haltungen, zweier Welten – als Spiegelungen ein und desselben Menschheitsproblems, als Visionen und Möglichkeiten für die Zukunft. Im zweiten Teil des Projekts besuchen die Berufsschüler*innen die Theatervorstellung und tauchen direkt in das Geschehen ein.

Die Theaterabende folgen dabei, bewährt immersiv, einem weitgehend identischen dramaturgischen Ablauf, spiegeln zentrale Szenen, Figurenkonstellationen und Motive wider und widmen sich der zentrale Frage: Wie wollen wir als Gesellschaft die Zukunft gestalten? Doch was in WALLDEN möglicherweise gelingt, scheitert in DONAUGOLD – und umgekehrt. Eine neue Nibelungensaga für eine Zivilisation am Scheideweg. Ein Theaterstück als Labor für kollektives Zukunftsdenken.
Wenige Tage nach dem Vorstellungsbesuch besucht Nesterval zusammen mit Mitarbeiterinnen des Forum Umweltbildung die Klassen und vertieft die Materie: Wann wird Wasser zum eigentlichen Gold? Wann wird der Ring der Nibelungen eine Quelle, die es zu bewahren gilt? Und wie lange reichen unsere Ressourcen tatsächlich noch aus? Um die Angst vor der Klimakatastrophe zu unterbinden, wird in einem interaktiven Workshop-Setting Fokus auf die Reflexion der in den Theaterstücken aufgeworfenen Zukunfts- und Nachhaltigkeitsthemen sowie auf mögliche Handlungsperspektiven im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gelegt. 

Eine Zusammenarbeit mit mehreren Klassen der Berufsschule für Frisur und Maskenbild, Scheydgasse; der Berufsschule für Gartenbau und Floristik – zukunftgestalten.wien; der Berufsschule für Verwaltungsberufe, Embelgasse. Das Vermittlungsangebot für Wiener Berufsschüler*innen ist ein Kooperationsprojekt mit dem OeAD – Kulturvermittlung mit Schulen und der Basis.Kultur.Wien – GO.FOR.CULTURE, im Rahmen der Reihe K3-PROJEKTE. Kulturvermittlung mit Lehrlingen und fällt zum Großteil in die UNESCO Culture and Arts Education Week (25-31 May 2026)


Kreativer Nachwuchs trifft auf immersive Theaterpraxis

Schülerinnen des zweiten Jahrgangs der Berufsschule für Frisur und Maskenbild in der Scheydgasse entwickelten – nach einer Einführung in NESTERVALS NIBELUNGEN durch Gisa Fellerer (Vermittlung Nesterval) sowie einer Präsentation der Figurinen durch Kostüm-Mitarbeiterin Sidi Robol – eigenständig Maskenbildentwürfe für sämtliche Charaktere der Produktion DONAUGOLD.

Maskenbild | Figurinen

Auf Basis des Stücktexts, ergänzender Materialien und Fotos der Performer*innen erarbeiteten sie im Rahmen ihres Fachpraktikums unter der Leitung von Charlotte Gojak individuelle Make-up-Konzepte. Wenige Wochen später wurden diese im Zuge von Workshops in der Maskenbild-Werkstatt der Schule praktisch umgesetzt: Die Schülerinnen präsentierten ihre Entwürfe der Kostümbildnerin Sophie Eidenberger und ihrem Team, erläuterten ihre gestalterischen Zugänge und setzten ausgewählte Looks direkt an den Performer*innen um, die dafür eigens in die Schule gekommen waren. Dabei überzeugten sie nicht nur durch ihr handwerkliches Können, sondern auch durch ihre Fähigkeit, ihre Ideen klar zu vermitteln, konkrete Umsetzungsschritte zu formulieren und das Ensemble mit fachlichen Tipps zu unterstützen. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie fruchtbar die Verbindung von Ausbildung und Theaterpraxis sein kann, und lässt sich als gelungenes Beispiel für nachhaltige Vermittlungsarbeit verstehen. Besonderer Dank gilt Christoph Robol (Berufsschule für Frisur und Maskenbild) für die Vermittlung sowie Charlotte Gojak für die engagierte Umsetzung dieses praxisnahen Projekts und natürlich den Schülerinnen Xi Ying Chen, Laura Heinrich, Lena Kirschner, Sarine Rösch, Luzi Steffens und Carolyn Weinzettl!


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